Ein Franzose über Berlin

23. Januar 2012

In diesem Artikel über Schwaben in Berlin, bzw Prenzlauer Berg, redet mal einer Tacheles über die Berliner:

“Vorneweg, ich bin Franzose, seit lange Zeit in Süddeutschland werde euch „euer“ supertolles Berlin ganz sicher nicht durch meine Anwesenheit besudeln. Keine Angst also, ihr armen Unterdrückten des bösen Kapitals. Einmal gesehen reicht mir. Behaltet eure miefige Arroganz, die lächerlichen Weltstadtallüren, euer cooles Getue hinter dem nichts als die eigene Leere steht. In Wirklichkeit seid ihr es doch, die die Pickelhauben aufhabt.

Wisst ihr eigentlich, dass fast keiner aus dem Süden freiwillig nach Berlin geht? Dass das als Strafe des Schicksal empfunden wird, wenn man dorthin versetzt wird? Dass es viel mehr rattengesichtige Denises, Doreens, Ronnys, Maiks und Sandros in den Süden zieht wie Süddeutsche an die polnische Grenze in die Wüste, die Gernegrossstadt? Schade, dass die Ostgrenze 1945 nicht noch 50km weiter nach Westen verlegt wurde, wir wären diesen depperten Preussenhaufen los gewesen, dessen grösste Überschrift in den Geschichtsbücher zwei Weltkriege waren. Der Süden braucht euch nicht – geistig-kulturell weder damals noch jetzt und wirtschaftlich gesehen hätte man euch schon vor Jahrzehnten abwerfen sollen. Einzig als Beispiel für Dummheit und Borniertheit taugt ihr.

Der selbstverursachte Mief, ihn dem ihr sitzt, zeigt sich schön an diesem Prenzlberg-Schwaben Geblödel. Ihr redet von Gentrification und habt weder erlebt noch Ahnung, was das eigentlich heisst – dazu müsstet ihr mal nach New York, Seoul oder andere Orte mit Metropolencharakter erleben, wo sich Stadtviertel und Leben in einer ständigen Metamorphose befinden. Von Dynamik, Geschwindigkeit, Entwicklung, Leben keine Spur bei euch, Dinge die unumgänglich für eine wirkliche Weltstadt sind. Nein, man stinkt sich über die Miete aus, fühlt sich und seinen kleinen Hinterhof bedroht, reagiert mit Pikiertheit und damit es nicht so spiessig rauskommt (was es aber zu 100% ist), tut man so als wäre es irgendeine besondere Art Berliner Humor.

Das ist nicht nur lächerlich, sondern kindisch und teilweise widerlich.”

 

Gefunden auf dem Weblog Die Straßen von Berlin

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